Montag, 25. März 2019

Die Schweiz und die Frankophonie

Dr. Manuela Cimeli und Fabienne Jan, SAGW

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren der Westschweiz und des Tessins (CIIP) haben am 14. März 2019 die 24. Ausgabe der Semaine de la langue française et de la francophonie (slff) eröffnet. Rund um den internationalen Tag der Frankophonie am 20. März, zelebrieren viele Länder weltweit die Vielfalt der Frankophonie.

300 Millionen Französischsprachige weltweit
Die Frankophonie besteht zunächst aus den Frauen und Männern, die eine gemeinsame Sprache teilen. Der letzte Bericht des Observatoire de la langue française, der 2018 veröffentlicht wurde, schätzt die Anzahl der Französischsprachigen auf 300 Millionen Personen. Französisch ist, gemeinsam mit Englisch, die einzige Sprache, die auf allen fünf Kontinenten präsent ist. Im Jahre 1970 erfolgte die Gründung der Organisation internationale de la Francophonie (OIF) und seither verfügen die Frankophonen über eine institutionelle Einrichtung, welche die französische Sprache sowie die Zusammenarbeit unter den Mitgliedländern der OIF fördert. Aufgabe der OIF ist es, die aktive Solidarität zwischen den 88 Mitglied-Staaten und den ihr angegliederten Regierungen zu unterstützen (61 vollberechtigte Mitglieder und 27 mit Beobachterstatus). Die Schweiz trat der OIF im Jahre 1996 als vollberechtigtes Mitglied bei. Seither wird auch bei uns um den 20. März herum die slff festlich begangen.

Sensibilisierung gegenüber der französischen Sprache
Dieses Jahr finden in fünfzehn Schweizer Städten, die auf 9 Kantone verteilt sind, Veranstaltungen statt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Themen zur Frankophonie in Afrika. Das vielfältige Programm, welches immer auch die Möglichkeit des gegenseitigen Austausches beinhaltet, geht von musikalischer Unterhaltung, gemeinsamen Kochkursen, Märchen- und Filmabenden bis hin zu Vorträgen und Lesungen. Ziel ist die Sensibilisierung gegenüber der französischen Sprache und der frankophonen Kultur, welche gerade in der Schweiz eine besondere Bedeutung haben. So ist beispielsweise die Zweisprachigkeit in Biel/Bienne seit 2013 in die Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz eingeschrieben.

Förderung der Zweiprachigkeit
Die 1996 in Biel/Bienne gegründete Stiftung zugunsten der Sprachverständigung Forum für die Zweisprachigkeit / Forum du bilinguisme hat am 18. März die Stadtbibliothek Biel bereits zum zweiten Mal für ihre Bemühungen zur Förderung der Zweisprachigkeit ausgezeichnet. Das Label für die Zweisprachigkeit misst deren Qualität auf drei Ebenen: Hinsichtlich der Kommunikation und Dienstleistungen gegen aussen, in Bezug auf die sprachliche Zusammensetzung und die Sprachkompetenzen der Mitarbeitenden sowie bezüglich der betriebsinternen Kommunikation und der Sprachkultur des Unternehmens.

Offene Baustellen
Verblüffend ist die Unsensibilität gewisser Bundesämter für das Thema der Zweisprachigkeit: Unlängst hat ein schon länger dauernder Zwist zwischen der Stadt Biel, dem Forum für Zweisprachigkeit, dem Rat für französischsprachige Angelegenheiten des Verwaltungskreises Biel/Bienne (RFB) und dem UVEK ein neues Kapitel erhalten. Grund des Zwistes ist die Forderung nach einer zweisprachigen Beschilderung auf dem Ostast A5. Die Diskussionen ziehen sich bereits seit 2017 hin und wurden nun durch einen überparteilichen Vorstoss auf kantonaler Ebene unterstützt. Es besteht Hoffnung, dass die neue Leitung des UVEK ein Einsehen hat.

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