Donnerstag, 22. Dezember 2016

Über das gute Leben und unsere Weltbeziehung

Dr. Franca Siegfried Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
Je näher die Festtage, desto schneller wirbeln wir durchs Leben und umso lausiger wird dabei unsere Stimmung. „Wenn die Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz die Lösung“, postuliert Hartmut Rosa in seinem Werk (800 Seiten) über Resonanz. Darin behauptet der Soziologe, dass die Qualität des Lebens nicht von Ressourcen, Optionen und Glücksmomenten abhängt. Für ein gutes Leben brauche es eine direkte Beziehung zur Welt – dabei bilde sich eine wohltuende Resonanz.

Soziologie der Weltbeziehung
Rosas Resonanz soll die Sehnsucht aller Sehnsüchte befriedigen: Die Welt erreicht mich, und ich erreiche sie. Wer keine Beziehung zur Welt und zu Menschen mehr hat, dem erscheint alles stumm, gleichgültig und feindselig. Fazit: Ohne Resonanz verabschiedet sich das gute Leben. Ausgehend von der Gesundheitsdefinition der WHO befasste sich die SAGW in der Workshop-Reihe „Lebensqualität“ mit dem guten Leben. Tun und Sein, was uns wichtig erscheint, ist der gemeinsame Nenner von Gesundheit, Lebensqualität und dem guten Leben.

Eine 102-Jährige-Weltbeziehung
Dr. David W. Goodall ist Biologe und praktiziert längst die richtige Resonanz: „Um am Leben zu bleiben, tu was“. Der Australier ist 102 Jahre alt und lässt sich nicht von der Universität Perth vertreiben: Soeben musste ihm der Rektor den Vertrag um drei Jahre verlängern.

Wo bleibt das gute Leben?
Ohne Resonanzversprechen liest sich hingegen der neue Bericht „Demografischer Wandel in der Schweiz: Handlungsfelder auf Bundesebene“ (vom 9.12.2016): „Ältere Mitarbeitende können gewisse für die Arbeit positive Eigenschaften verlieren (z. B. körperliche Belastbarkeit oder Lern- und Weiterbildungsbereitschaft), gewinnen jedoch auch neue Fähigkeiten dazu, mit denen allfällige Verluste kompensiert werden können (z. B. Berufs- und Lebenserfahrung oder bessere Urteilsfähigkeit)“. (Kapitel 4.3 Beschäftigung, Seite 31).

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Der Schreck des Mittelfeldes

Dr. Franca Siegfried
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
Alle drei Jahre versetzen PISA-Resultate Lehrkräfte, Politiker, Bildungsexperten und Medien in Aufruhr – das erste Mal im Jahr 2000. Schon damals wurden Resultate angezweifelt, statistische Methoden hinterfragt, und Experten pilgerten zu den PISA-Gewinnern nach Finnland. Mit Antti, einem Arztsohn aus Jyväskylä, ging ich als Journalistin zwei Tage zur Schule. Antti war der Punktesieger im PISA-Test.

29 Millionen 15-Jährige
Die Schülerleistungen von 72 Nationen zu vergleichen ist ein heikles Feld: 2016 erreichen die Schulabgänger in der Schweiz in Mathematik den besten Mittelwert in Europa. In den Naturwissenschaften, dem Schwerpunkt der aktuellen Studie, liegt der Schweizer Mittelwert auch über dem OECD-Durchschnitt. Nur beim Lesen gehört die Schweiz ins OECD-Mittelfeld zusammen mit Österreich, Italien und Frankreich.­

Mehr Lebenschance
„Jeder fünfte Schüler kann nicht richtig lesen“, titelt am 11. Dezember die Sonntagszeitung. „Betroffene werden zu Tausenden in der Arbeitslosigkeit landen und Bildungsexperten stellen ein Systemversagen fest“. Dieser Pessimismus bringt keine Lösung, zumal nicht nur das Bildungssystem die Verantwortung trägt.

Das Wunder des Lesens
Die Lesekompetenz eines Kindes hängt auch von der sozialen Herkunft ab: „Das Wunder des Lesens entsteht früh. Oder eben nicht. Zwischen null und sechs Jahren entdeckt das Kind Laute, Silben, Wörter, später Sätze“, schreibt Daniel Meier von NZZ am Sonntag. Müsste zum Babyschwimmen auch ein Sprachcoaching für bildungsferne Eltern angeboten werden?

Goethe anstelle Einstein
Die Dominanz der Naturwissenschaften und der Mathematik ist ein gesellschaftliches Phänomen, was sich jetzt auch in der aktuellen Studie ausdrückt. Mit der populären Empiriegläubigkeit ist die Geisteswissenschaft als ungenau und unnötig in Ungnade gefallen. Wird es jetzt dank der PISA-Resultate eine Renaissance der Geisteswissenschaften geben? Lasst uns zusammen am Weihnachtsabend Goethe lesen:

Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Überall das Süsse spendend,
In dem Glanze sich bewegend,
Alt und junges Herz erregend...
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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Ein Schein zum Träumen

Dr. Franca Siegfried
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
NZZ-Kommentar vom 2.12.2016: „Während Schweizer Spitzenmanager für ihre Millionen wenigstens noch arbeiten, wollen die Lottospieler gross abkassieren und dafür fast nichts tun. Selbst bei grosszügig bemessenen 15 Minuten Zeitaufwand für das Ausfüllen des Lottoscheins käme der Gewinner des 50-Millionen-Topfs auf einen Stundenlohn, bei dem sogar die bestbezahlten Manager vor Neid erblassen müssten.“ So beschreibt Hansueli Schöchli das Lottofieber in der Schweiz – im Jackpot von Swisslos warten 59 Millionen Franken (Stand 8. Dezember 2016).
http://www.nzz.ch/wirtschaft/lottofieber-viele-schweizer-waeren-gerne-abzocker-ld.132245 

Boni-Ablass 
Wirtschaftsredaktor Schöchli hat mit seinem Kommentar ein neues Ablasswerk für Top-Manager kreiert. Er verlangt Gnade bzw. den Sündenerlass für Manager, welche Millionen einstreichen und macht dabei den Lottogewinn zum neuen Sündenfall: Lottospielende verlieren nach Schöchli das Seelenheil.

Win-win-Situation
Mit seinem Ablasswerk wird Schöchli etwa bei Ex-Manager Josef Ackermann punkten können, zumindest hat er gute Chancen für ein Exklusiv-Interview: Momentan steht Ackermann unter Druck, die Deutsche Bank verlangt seine Boni zurück.

Fortunas Sparte
Tatsache ist, dass es für das Lottospiel kein besonderes Geschick braucht, wie beispielsweise die Deutsche Bank zu führen: Sechs Zahlen plus Zusatzzahl bestimmen, den ausgefüllten Schein am Kiosk oder in der Post abgeben – auf das Glück hoffen. Gemäss ETH-Statistiker Martin Mächler besteht die Wahrscheinlichkeit, sechs Zahlen plus Zusatzzahl richtig zu tippen, im Verhältnis 1:31,5 Millionen.

Traum-Ticket 
Trotz der winzigen Chance für einen Millionengewinn werden bei Lottospielenden Tagträume geweckt: Ersehnte Lebensentwürfe mit genügend Geld für Handlungs- und Konsummöglichkeiten lassen Alltagssorgen verblassen bis zur Meldung, dass der Jackpot geknackt ist. Die Soziologen Jens Beckert und Mark Lutter sehen den Lottoschein gar als Träger von Tagträumen. http://www.forschungsnetzwerk.at/downloadpub/soziolgie_lotto.pdf

Kultur- und Sportförderin
Der NZZ-Journalist Schöchli hat jedoch als Homo-Oeconomicus mit Tagträumen nichts am Hut: „Doch viele Schweizer haben ein kleines schmutziges Geheimnis: Sie wären selber gerne Abzocker“, schreibt er. Was Schöchli nicht berücksichtigt, dass die Rechtsform von Swisslos eine Genossenschaft ist, und der Reingewinn nicht auf dem Salärkonto des Chefs landet: Letztes Jahr betrug der Reingewinn 354 Millionen Franken, welcher für gemeinnützige Zwecke eingesetzt wird. Tatsache ist, dass mit den Tagträumen des Schweizer Volkes Swisslos die bedeutendste Kultur- und Sportförderin des Landes ist.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Auf der Suche nach Qualität und Leistung

Dr. Franca Siegfried
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
Der Bundesrat publizierte am 16. November 2016 den Bericht „Evaluation der Leistungsfähigkeit des Schweizer Forschungs- und Innovationssystems“. Damit ist das Postulat von Nationalrat Jean-François Steiert erfüllt.

Was kostet, wird evaluiert
Qualitäts- und Leistungsmessungen gehören zum Instrumentarium unserer Leistungsgesellschaft – davon sind auch Wissenschaften betroffen. In den nächsten vier Jahren unterstützt allein der Bund Bildung und Forschung mit 26,4 Milliarden Franken.

Wie wird die Leistung der Forschung evaluiert?
Welche Indikatoren sind massgebend: Etwa die Anzahl Publikationen pro Forschende? Oder wie steht es mit dem Impact der Publikationen, wie häufig werden sie zitiert? Im Impact-Ranking stehen gemäss dem neuen Bericht die Bereiche Technische- und Ingenieurwissenschaften, Informatik, Physik, Chemie und Erdwissenschaften auf den oberen Rängen. Die Zitationsrate von Publikationen aus Geisteswissenschaften und Kunst liegt im internationalen Vergleich tief. Darum protokolliert der Bericht vom 16. November bei den Geisteswissenschaften: „Handlungsbedarf“. Die Stärke des Berichtes ist eine Komplexitätsreduktion des Schweizer Forschungssystems mit dem Ziel, die Machbarkeit der Arithmetik oder alle Investitionen hochschulpolitisch zu rechtfertigen.

Milchbüchleinrechnung
Zudem illustriert dieses Beispiel, wie messbare Indikatoren bei Evaluationen oft im Vordergrund stehen. Misst der Output von Publikationen die Leistung eines Forschenden? Warum ist der Inhalt der Publikation kein Indikator von Qualität? Was sagt uns die Zitierhäufigkeit?...

Swissness
Um der Vielschichtigkeit der Evaluationsgebiete gerecht zu werden, beschäftigten sich seit Jahren Geistes- wie auch Sozialwissenschafter mit der Frage, was gute Forschung ausmacht: „Swiss Way to Research Quality“. Im November haben Forschende in Bern weitere Erkenntnisse präsentiert. Zum aktuellen Diskurs hat auch Marlene Iseli, SAGW, mit dem Synthesebericht über Qualitäts- und Leistungsbeurteilung beigetragen.

Ein Manifest zur Forschungsevaluation
Im Rahmen des Projektes «Performances de la recherche en sciences humaines et sociales» entwarfen Wissenschafter ein Manifest mit insgesamt zehn Geboten: 
http://prshs.blogspot.ch/

Die zehn Gebote
Gefordert sind partizipative, multidimensionale, transparente und auf die Qualität zielende Evaluationsprozesse. Wie zum Beispiel: 1. Bottom-up approach – von unten nach oben – Wissenschafter bestimmen gemeinsam Evaluationsverfahren für valide Daten. 3. Zur Evaluation gehört volle Transparenz, beispielsweise normative Vorgaben der jeweiligen Disziplin.
7. Qualität vor Quantität – der Druck für Output darf Forschungsergebnisse nicht beeinflussen. Das 10. Gebot verlangt nach Evaluationsverfahren, welche der Vielfalt der Forschung und ihren Disziplinen gerecht werden.

Eine internationale Suche
Die Suche nach Qualität und Leistung ist nicht beendet! Soeben haben Schweizer Autoren ein Buch mit europäischen Beiträgen publiziert: «Research Assessment in the Humanities Towards Criteria and Procedures». An der Buchpräsentation am 15. Dezember werden Wissenschafter im CHESS-Talk an der Universität Zürich weiter über Output, Impact und Forschungsprozesse debattieren.
http://www.chess.uzh.ch/dam/jcr:27ce1e70-b404-4010-86a4-031933926074/2016_CHESS_talk_Buchpr%C3%A4sentation_15.12.16.pdf






Donnerstag, 24. November 2016

News-Armut 2016


Dr. Franca Siegfried
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
Dieses Jahr hat sich das Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich im Jahrbuch „Qualität der Medien“ mit dem Phänomen der News-Deprivation und dem Vertrauen in die Medien befasst: Wie, wie oft, warum und womit die Schweizer Bevölkerung in die Welt schaut... https://www.foeg.uzh.ch/de/jahrbuch.html

Die AhnungslosenProfessionell aufbereitete News in Informationsmedien interessiert zwei Drittel der Bevölkerung. Bereits ein Drittel, besonders junge Erwachsene, informieren sich nur noch über Facebook, WhatsApp oder Twitter und misstrauen dem Mediensystem. In der Studie wird dieser Drittel der Bevölkerung als „News-Deprivierte“ kategorisiert. Fög beschreibt in der Studie auch, wie sich News-Armut beheben lässt: Regelmässig traditionelle Informationsmedien konsumieren – damit wächst das Vertrauen der Mediennutzer in das Mediensystem. Und die gute News für den Service Public: Mehr Vertrauen in die Medien bedeutet, dass NutzerInnen bereit sind, für Inhalte zu bezahlen.
Sündenbock Social Media
Sind die Social Media schuld an dem Misstrauen und an der News-Armut junger Erwachsener? Kaum. Junge Erwachsene wurden einerseits mit Gratismedien von Schweizer Verlagshäusern sozialisiert, andererseits zeigt ihre Skepsis, wie differenziert diese Generation mit Informationen umgehen kann.
News-Schwund
An einer News-Armut könnten schon bald Studierende der Universität Zürich leiden. Die ETH plant, dass sie der Zeitung Zürcher-Student (ZS) keine Adressen mehr von ETH-Studierenden geben will. Mit dieser Massnahme würden sich Auflage und Werbeeinnahmen der ZS massiv verkleinern, zumal die Produktion der Zeitung mit Werbeeinnahmen finanziert wird: Wie schon Karl Marx zu sagen pflegte, die erste Freiheit der Presse bestehe darin, kein Gewerbe zu sein...
http://zs-online.ch/zs-droht-eth-adressen-zu-verlieren/
Dr. Radiopirat
Das Mediensystem ist von seinem Ursprung her immer von Innovationen abhängig. Vor 37 Jahren etwa hat Roger Schawinski einen privaten Radiosender „Radio 24“ für den Raum Zürich aufgeschaltet. Er agierte von Italien aus und mobilisierte mit seinem Sender eine Generation, die damals am Radio klebte und Schawinski, zum Ärger aller Lehrer, Eltern und Politiker, als Radiopirat feierten. Im November 2016 wurde Roger Schawinski am dies academicus von der Universität Fribourg mit einem Ehrendoktor ausgezeichnet.
Die Fakultät der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hat sein Engagement für die Gründung privater Radiosender in der Schweiz, die Medienvielfalt, unabhängigen Journalismus und das Recht auf Informationsfreiheit belohnt. Nebenbei: Vor 37 Jahren gab es noch keine News-Deprivierte.
http://www.unifr.ch/dcm/uploads/file/downloads/DCM50_Medienmitteilung_Ehrendoktor.pdf

Mittwoch, 16. November 2016

BFS Statistik und Bildungsrealität

Dr. Franca Siegfried
Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
In der Schweiz gibt es über alle Bildungsstufen hinweg 10'566 Bildungsinstitutionen. 89 Prozent von ihnen haben die Verantwortung für die obligatorischen Schuljahre. 11 Prozent der Institutionen sind für den nachobligatorischen Bereich, etwa Berufs- und Hochschulen, zuständig. Das Bundesamt für Statistik (BFS) publizierte Ende Oktober in der Reihe „Bildung und Wissenschaft“ neue Fakten.

Zwischen Föderalismus und Zentralismus
Hinter der BFS-Statistik steht ein vielfältiges, von unterschiedlichen, teilweise auch gegenläufigen Interessen geprägtes Bildungssystem, welches sich in einer Transformation befindet. Die Globalisierung der Bildung überlagert in der Schweiz die Kraftprobe zwischen kantonalen Hoheiten und Bundeszuständigkeit. Reformprojekte, die sich auf internationale Bildungsforschung berufen, stossen bei Lehrpersonen und Eltern auf Widerstand. In diesem dynamischen Geschehen entwickelt sich die Steuerung (Governance) des Bildungssystems in immer kürzer werdenden Reformzyklen. Lesenswert sind dazu sechs Fallstudien in der neuen Publikation „Gouvernance im Spannungsfeld des schweizerischen Bildungsföderalismus“.

Das Versprechen der Bildung
Im nationalen Diskurs dient die Unterscheidung zwischen Berufsbildung und Allgemeinbildung, in der Regel das Gymnasium, als Ordnungsprinzip. Zunehmend wird auch die Differenz zwischen nützlichen, ökonomisch verwertbaren und zweckfreien, für das Arbeitsleben unwichtige Bildungsinhalte, thematisiert. Dass sich Bildung, die zu einem gelingenden Leben qualifiziert, nicht auf zwei Pole reduzieren lässt, ist im neuen SAGW Bulletin mit dem Dossier "Das Versprechen der Bildung" nachzulesen.

Tauschhandel – Bildung gegen Arbeit
Auch Roland Reichenbach der Universität Zürich schreibt im SAGW Bulletin über die steigenden Bildungskosten, welche die allgemeine Erwartung an Bildung in der Politik, wie auch in der Bevölkerung beeinflusst: Bildung wird zunehmend als Mittel zum Zweck für die Berufswelt angesehen. Alle weiteren Aspekte, etwa Bildung als Aufklärung nach Sokrates, Ausdruck der Kulturnatur des Menschen nach Humboldt oder als Prozess des Erwachsenwerdens in der Entwicklungspsychologie nach Piaget, verlieren an Bedeutung.

Berufsdiplom
Zwei Drittel aller Jugendlichen absolvieren eine berufliche Grundausbildung, dabei können sie aus 300 Lehrberufen auswählen. Carmen Baumeler des Eidgenössischen Hochschulinstitutes für Berufsbildung (EHB) schreibt im SAGW Bulletin über das Spannungsfeld zwischen Lehrfirma und Ausbildung. 70 Prozent aller Lehrstellen befinden sich in Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden, davon lernen nochmals 40 Prozent in Kleinstbetrieben mit weniger als 10 Mitarbeitenden. Die Organisation für eine standardisierte Berufsausbildung ist für alle Beteiligten eine Herkulesaufgabe.

Private und staatliche Bildungsakteure
„Die Firmen leisten zweifelsohne einen grossen Beitrag zur Integration der Jugendlichen“, schreibt Carmen Baumeler im SAGW Bulletin. Zwei Drittel der Berufsschulen sind von der öffentlichen Hand finanziert, die restlichen Kosten gehen zu Lasten der Privatwirtschaft – diese Realität lässt sich aus der BFS-Statistik ebenfalls nicht ablesen.

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